
| Mit den folgenden Ausführungen möchte ich bei Euch allen - jenseits aller Klischees - auch aus gesundheitlichen Aspekten das Interesse am Bauchtanz wecken und auf die möglichen therapeutischen Auswirkungen aufmerksam machen. Der Orientalische Tanz bietet uns Frauen eine angenehme Alternative zu vielen anderen - meist wenig kreativen und kostspieligen - Fitnessmethoden.
Er ist ideal für Frauen, die sich in ihrem Körper rundherum wohlfühlen wollen. Das Schöne daran ist, dass jede Frau, um ihr Wohlbefinden zu verbessern Bauchtanz ausüben kann - ungeachtet ihres Alters, ihres Gewichtes, ihres Trainingszustandes, ihrer Gelenkigkeit und ihrer Tanzvorkenntnisse. Jede wird auf ihrer Ebene profitieren!
Themenschwerpunkte:
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Allgemein
Bauchtanz ist ein Tanz von und für Frauen, der sich sowohl auf den Körper, als auch auf den Geist auswirkt und uns selbstbewusst, aufgerichtet und beschwingt durchs Leben gehen läßt. Mit seinen elementaren Bewegungen ist er als der älteste Tanz in der Menschheitsgeschichte anzusehen, den je eine Frau getanzt hat. So finden sich seine Ursprünge in uralten Fruchtbarkeits- und Initationsriten, in denen es um Schwangerschaft, Geburt, Kontakt zur Erde und ein ganzheitliches Bewußtsein geht. Viele Ärzte, Hebammen, Heilpraktiker und Krankengymnastinnen empfehlen Bauchtanz inzwischen bei vielen Beschwerden.
In den vielen Jahren, in denen ich diesen Tanz nun unterrichte, konnte ich anhand konkreter Erfahrungen sehr vieler Frauen immer wieder beobachten, welch ganzheitlich, heilende Wirkung der Bauchtanz haben kann.
Inzwischen beschäftigen sich auch schon viele medizinische Abhandlungen mit diesem Thema. Auf einige werde ich, mit entsprechenden Zitaten, in den folgenden Ausführungen noch näher eingehen. So stellte beispielsweise die AOK in einem Interview heraus, das der Bauchtanz " mit seinen komplexen Bewegungsabläufen viele Muskelgruppen beansprucht". Lediglich die Angst der Kasse "einen solchen Kurs als Unterhaltung missverstanden zu wissen" führte dazu, dass das Projekt beendet wurde (Das OK-Magazin 1/86).
Aber darf Gesundheit denn keinen Spass machen? Schließlich sehen wir doch immer wieder, dass ohne Spass an der Sache niemand lange durchhält - und wenn es noch so gesund ist!
Übrigends:
Wie bei anderen Bewegungsformen und Sportarten, kann durch unqualifizierten Unterricht und unzureichende Korrekturen auch Schaden entstehen. "Bauchtanzlehrerin" ist keine geschützte Berufsbezeichnung und auch eine gute Tänzerin muss noch lange keine gute Lehrerin sein! Gerade Einsteigerinnen, die sich vom Bauchtanz gesundheitliche Vorteile erhoffen, kann ich nur dringend empfehlen bei der Wahl der Lehrerin sehr sorgfältig vorzugehen.
Wichtig:
Bauchtanz kann keine Diagnose/Thearapie eines Arztes oder Heilpraktikers ersetzen! Bei Vorbelastungen wie Bandscheibenschäden, Risikoschwangerschaften, Herz-/Kreislaufbeschwerden, etc. ist auf jeden Fall vorher fachlicher Rat einzuholen!
Körperhaltung, Beweglichkeit, Rücken- + Schulter-/Nackenbereich
Die Wirbelsäule wird durch kontrollierte Drehungen und Neigungen sanft bewegt; dadurch werden Muskelverspannungen in Rücken und Nacken gelöst und die Beweglichkeit der Wirbelsäule erhöht. Die aufgerichtete Tanzhaltung wirkt einem Rundrücken entgegen.
Die Kniegelenke werden durch die gleichmässigen Bewegungen "geschmiert" und dadurch in ihrer Funktion gestärkt. Da im Bauchtanz selten Sprünge vorkommen, fehlen Schlagbelastungen.
Durch die speziellen Isolationsbewegungen wird der gesamte Körper besser durchblutet und eine Straffung des Gewebes erfolgt. Insbesondere werden - wie in wenigen anderen Tanzarten - durch viele binnenkörperliche Bewegungen die Muskulatur des Rumpfes und Beckens trainiert. Das bewußte Erlernen von Anspannen und Loslassen einzelner Körperteile (wichtig für die Isolationen) führt zum Abbau von Verspannungen und zu sehr differenzierter Körperbeherrschung. In den Bauchtanzstunden steht dein Rücken im Mittelpunkt - denn Rückenproblemen kann durch Kräftigung, Dehnung und Mobilisation entgegengearbeitet werden!
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Herz/Kreislauf, Atmung und Verdauung
zur Zeit noch in Bearbeitung
Menstruation, Wechseljahre, Schwangerschaft, Geburt + Rückbildung
Menstruation
Die isolierten Beckenbewegungen in allen drei Dimensionen fördern die Durchblutung des Beckens und trainieren die Muskulatur des Beckenbodens, des unteren Rückens und des Bauches. Die sanften Zitterbewegungen lockern verhärtete Muskeln und helfen oft bei Menstruationsbeschwerden. Die urweiblichen Bewegungen des orientalischen Tanzes eignen sich ideal für die spielerische Belebung der Beckenbodenmuskulatur. Umgekehrt schenkt uns ein aktiver, elastischer Beckenboden Kraft und Beweglichkeit in Tanz- und Alltagsbewegungen. Der Zusammenhang von Beckenboden, Atem, Rücken- und Bauchmuskulatur kann leicht erlebt werden. Einfache Übungen geben mehr Kraft, Geschmeidigkeit und Koordination im Tanz und die Tänzerin lernt aus ihrer Mitte zu tanzen.
Wechseljahre
Sport lindert Beschwerden in den Wechseljahren (Artikel aus "Natur&Heilen", Ausgabe 08/2006)
Spanische Wissenschaftler haben in einer Studie herausgefunden, dass regelmäßiger Sport Beschwerden reduziert, die bei Frauen aufgrund des Hormonmangels in den Wechseljahren auftreten. Nach einem Jahr überwachter, mehrmals wöchentlicher Sportübungen konnten 13% der Probandinnen die unangenehmen Folgen der Menopause verringern. Bei Frauen der Kontrollgruppe, die keinen Sport getrieben hat, verschlimmerten sich die Beschwerden sogar um knapp 10%.
Die Vorteile regelmäßigen Sports liegen auf der Hand: "Sport senkt nicht nur das Risiko von Herzkreislauf-Erkrankungen, sondern baut auch Stress ab und verbessert das allgemeine Wohlbefinden", erklärt Carmen Gebhart vom Institut für Sport und Sportwissenschaften Heidelberg. Das Sporttraining setzte sich aus einem Herzkreislauf-Ausdauertraining, Dehnungsübungen, Muskelaufbau und Entspannungsübungen zusammen (Anmerkung Nur el Zaman: "Also allem, was wir auch beim Bauchtanz haben!"). Der Erfolg an Flexibilität, Koordination und Balance wurde regelmäßig untersucht.
Dabei fanden die Forscher heraus, dass sich Sport nicht nur positiv auf die körperlichen Menopausebeschwerden wie Hitzewallungen und Oesteoporose auswirkt, sondern auch auf die Lebensqualität der Sporttreibenden. Das wundert nicht, denn Frauen in den Wechseljahren sind machmal auch depressiv und fühlen sich einsam. "Gruppensport dient auch dem sozialen Austausch, lenkt von Alltagssorgen ab und schafft ein neues persönliches Ziel" so die Sport-Expertin. Deshalb wäre es empfehlenswert, dass spezielle Sportprogramme für Frauen in der Menopause in das Angebotspaket der Gesundheitsvorsorge integriert werden.
Schwangerschaft, Geburt und Rückbildung
Es ist durchaus möglich, erst während einer Schwangerschaft mit dem Bauchtanz zu beginnen. Gerade schwangeren Frauen fallen Bewegungen von Becken und Hüfte leicht. Ihr Bewusstsein ist viel stärker im Beckenbereich verankert als das anderer Frauen. Grundsätzlich werden durch den Tanz Becken, Hüftgelenke und Muskeln lockerer, beweglicher und kräftiger und dadurch besser vorbereitet auf Veränderungen während Schwangerschaft und Geburt. Die Beweglichkeit des Brustkorbes, die der Bauchtanz systematisch trainiert, wird als sehr angenehm empfunden, denn die Möglichkeit, den Brustkorb aktiv zu heben, schafft Raum für Atmung und innere Organe, die bei fortgeschrittener Schwangerschaft eingeengt werden. Außerdem wird der Kreislauf in Schwung gehalten, was Problemen in den Beinen entgegenwirken kann. Die intensive Haltungsschulung im Tanz bekommt eine besondere Bedeutung, um Rückenbeschwerden vorzubeugen.
Es geht nicht um strikte Tanzschritte und Choreographien. Für Schwangere ist Tanzen ein Weg, den eigenen Rhythmus zu finden. Bauchtanz ist ein urweiblicher Tanz, der Lebensfreude und Lebenskraft ausdrückt. Im Orient ist er zudem die älteste Methode zur Geburtsvorbereitung und zur Geburtsnachsorge.
Durch intensive Beckenarbeit und runde Bewegungen ist er förderlich für die weiblichen Organe und die Entwicklung des Babys im Mutterleib. Nach der Geburt stärkt der Bauchtanz die Bauchdecke, unterstützt die Rückbildungsvorgänge und trägt zur allgemeinen Beweglichkeit bei.
Die Babys scheinen den Tanz zu lieben. Kein Wunder - werden sie ja ständig sanft gewiegt und geschaukelt und mit dem Bauch- und Beckenraum als Bewegungszentrum ist ihnen die ständige positive Aufmerksamkeit sicher, die intensive Mutter-Kind-beziehungen entstehen lässt.
Nicht zuletzt wirkt sich die Bewegung in der Gruppe positiv auf das Gefühlsleben aus. Schwanger sein ist nicht immer nur supertoll. Man fühlt sich schon manchmal ein wenig träge. Doch in der Gruppe hat jede Verständnis und kann eigene Erfahrungen beisteuern. Auch der Austausch mit den jungen Müttern, die gerade ihr Baby bekommen haben und den Tanz als Unterstützung der Rückbildung betreiben, ist wichtig.
Fast alles ist erlaubt
Im Grunde ist beim Tanzen alles erlaubt, was gut tut. Dennoch sollten Schwangere gewisse Bewegungen auslassen wie z.B. hefige Kickbewegungen, starke Shimmy´s oder Twistbewegungen (Hüftpendel). Speziell für den Bauchtanz gilt: Shimmys, die kleinen, zitternden Beckenbewegungen, sollten zart ausgeführt werden, nicht aber scharf und intensiv. Nicht empfehlenswert ist alles, was mit Stampfen und starken Erschütterungen zu tun hat. Am liebsten mögen Schwangere alle weichen und wiegenden Bewegungen des Beckens wie kleine Hüftkreise, Achten und Beckenkippen im individuellen Tempo zu sanfter entspannender Musik. 
Rückbildung
Auch bei der Rückbildung nach der Geburt hat sich der Bauchtanz bewährt. Durch seine speziellen Bewegungen bezieht er den Beckenboden mit ein, der nach Schwangerschaft und Geburt besonderer Förderung bedarf. Diese Form der Beckenbodengymnastik ist lustvoll und macht Spass - keine Pflichtübung, die frau nur während des Kurses macht. Die vielen Schulter-, Arm- und Brustkorbbewegungen stärken die Brust und unterstützen sie beim Stillen. Außerdem lassen sich so Schulter-Nacken-Beschwerden lindern, die gerade bei jungen Müttern durch einseitiges Tragen des Kindes oder ungünstige Körperhaltung beim Stillen sehr verbreitet sind.
Die Babies können aufgrund der Isolationstechnik (oben bleibt alles ruhig, auch wenn das Becken kräftig tanzt) einfach im Tragetuch mittanzen und die meisten von ihnen lieben die Bewegung und die Musik.
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Psychologie, Geist und Seele
„Dein Bauch ist klüger als Du“, sagt Gerda Boyesen, die Begründerin der Biodynamischen Massage und Körpertherapie. Anstelle von langen Gesprächen und Klärungsversuchen über den Kopf ist es uns über den Körper möglich, auf kürzestem Wege an verschüttete Gefühle und Erinnerungen heranzukommen. So wie der Körper alle psychischen Verletzungen und Spannungen speichert, kann auch über den Körper auf direktem Wege ein Ausgang für innere Spannungen und Probleme gefunden werden.
Dass Bewegung nicht nur Spaß macht, sondern sogar Körper und Geist gesund erhält und somit als Therapie eingesetzt wird, ist inzwischen wissenschaftlich untermauert. So konnte eine US-Studie belegen, dass das Risiko der Demenzerkrankungen durch Tanz deutlich vermindert wird. Durch die Bewegung verbessert sich der Blutfluss ins Gehirn, es wird vermehrt mit Sauerstoff versorgt und so der Denkprozess verbessert. Durch die komplexen Schritte und Armbewegungen werden beide Gehirnhälften aktiviert - das setzt nicht nur Kreativität frei, es verringert auch Gleichgewichtsprobleme. Beim Tanzen werden verschiedene Bewegungsabläufe und Choreografien gelernt. Konzentration und Merkfähigkeit werden geübt und geschult, ebenso Koordination von Körper, Armen und Beinen und Synchronisation von rechts und links (Überkreuzbewegungen).
Die Konzentration auf Musik, Körperhaltung und Choreografien - also auf etwas, das mit dem Alltagsleben nicht viel gemeinsam hat, entspannt auf sehr zufriedenstellende Weise. Wir können uns von allen unerledigten Dingen, vom Berufsärger und den Alltagssorgen lösen. Wut und Ärger, Stress und Trauer, Frust und Angst können im Tanz einen angemessenen Ausdruck finden und das macht die Seele wieder frei für schöne Gefühle. Nicht zu unterschätzen ist auch der Effekt, den das gemeinsame tanzen in der Gruppe auf das seelische Wohlbefinden hat. Von Natur aus profitieren wir von Gemeinschaftserlebnissen, bei denen ein harmonisches Miteinander entsteht. Neben diesen bekannten Effekten hat die moderne Neurobiologie Entscheidendes herausgefunden. Tanzen setzt Botenstoffe (u.a. Endorphine) im Gehirn frei, die Freude bereiten und uns glücklich machen.
Selbstbewußtsein, Weiblichkeit
Durch das sanfte Training gibt es beim orientalischen Tanz keine Altersgrenze, es finden sich oft Frauen verschiedensten Alters in den Kursen. Dies wird sowohl von den jüngeren, als auch von den älteren Frauen als sehr bereichernd empfunden.