Das erste eigene Kostüm !
Ein Erlebnis, von dem manche Tänzerinnen noch nach Jahren berichten und vom dem die Meisten sich nur ungern trennen - insbesondere, wenn es selbst genäht wurde! 
Damit das Entwerfen, Nähen und Sticken auch wirklich Spass macht - es soll frau ja schließlich gefallen wenn es fertig ist und darin tanzen sollte sie auch können - hier einige Tipps aus meiner Praxis. Will heissen - die beschriebenen Fehler habe ich - unfreiwillig - alle selbst "ausprobiert". Leider wird es noch etwas dauern, bis alle Rubriken gefüllt sind- sorry!
 
Die Tipps sind unterteilt in die Sparten:

- Material           - Röcke            - Gürtel              - BH       
 
- Schuhe            - Schmuck       - sonstiges         - Schleier
 
 

Ihr könnt die Skrolleiste benutzen oder auf die o.a. Themenschwerpunkte klicken um diese schnell und direkt zu erreichen.

 

      
  
 
Material 
Das Angebot an Perlen, Pailetten, Glasstäbchen, Münzen, Strass, Fransen, usw. ist riesengross. Die Qualitätsunterschiede leider oftmals auch. Ich habe schon Pailetten erlebt, die nach einmal Waschen (lauwarm, Handwäsche, Babyshampoo) die Farbe gewechselt bzw. verloren hatten. Deshalb hier einige Anmerkungen zu meinen Erfahrungen:
 
Pailetten
Pailetten kosten nicht viel - hier am Preis zu sparen bringt gar nichts! Bei Großpackungen aus der Türkei oder ähnlichem bin ich sehr vorsichtig.
Generell gilt - Haarspray und Schweiss sind die natürlichen Feinde einer Pailette. Sie wirken wie ein Lösungsmittel! Also erst stylen, dann Kostüm anziehen oder beim Sprayen einen Umhang umlegen. Außerdem darauf achten, dass Pailetten nicht Körperkontakt bekommen. Das würde dazu führen, dass Eure Haut Farbe bekommt (d.h. rot wird vom Scheuern) und die Pailetten Farbe verlieren.
Vorsicht beim Bügeln pailettenbestickter Stoffe. Pailetten sind aus dünnem Plastik und schmelzen sofort!
 
 
 
Das Garn
Ich sticke ausschließlich mit dem dicken Knopflochgarn. Das ist zwar teuer, hält aber sehr gut und wird von scharfkantigen Perlen etc. nicht so schnell durchgescheuert.
 
Perlen
Ihr findet im Internet viele gute Anbieter. Ich habe bislang bei Giffels oder Tabou immer was gefunden. Die manchmal ganz toll schillernden Plastikperlen sind übrigens - ähnlich wie Pailetten - sehr empfindlich gegen Schweiss etc.
Bei den kleinen Roncaille-Perlen darauf achten, dass sie nicht zu fein sind - dann kommt Ihr auch mit einer speziellen Perlennadel nicht mehr durch.
 
Stäbchen
Besonders schön sind die "gedrehten" oder auch "getwisteten" Glasstäbchen. Sie glänzen besonders toll. Stäbchen mit abgebrochenen Ecken wegwerfen - sonst säbeln sie Euch auf Dauer den Faden durch. Vorsicht mit den superlangen Stäbchen bei Gürtelfransen - sie brechen wenn die Fransen beim Tanzen aneinanderschlagen. Der Bruch liegt dann mit scharfen Kanten unter Euren Füßen (aua!) und der verbliebene Rest säbelt die Franse ganz ab.
Fransen
Man unterscheidet die ägyptischen Fransen (Bild). Hierbei wirken die kleinen Glasperlen wie "gehackt". oder die türkischen Fransen, hierbei sind die Perlen runder. Das glänzt zwar meist nicht so schön, hat aber den Vorteil, dass die Fransen nicht so sehr am Rock scheuern.
 
Auch bei den ägyptischen Fransen gibt es große Qualitätsunterschiede. Ich mache immer den "Streicheltest", d.h. wenn ich mit der Hand an einem Bündel Fransen nach unten streichel und das fühlt sich nicht zu rau an, dann stimmt die Qualität. Ansonsten Finger davon lassen! Ihr habt nicht lange Freude daran, da die rauhen Fransen nicht nur den Stoff ruinieren können (insbesondere bei Lycra-Röcken, nicht so schlimm bei Panne-Samt), sondern auch schnell ihre Fäden durchscheuern.

Röcke  
Röcke sollten immer bodenlang getragen werden. Das streckt! Da wir beim Bauchtanz den Gürtel ja tief auf der Hüfte tragen, verkürzt das die Beine optisch. Ein Rock, der nur bis zu den Knöcheln reicht (oder noch höher endet) verzerrt die Proportionen dann endgültig. Keine Angst - Ihr tretet schon nicht auf den Rock. Mit ein bisschen Übung geht das problemlos!
 
Rüschenrock mit Passe
Besonders geeignet für Oriental-Flamenco - aber auch für andere Tänze schön. Macht auch bei kleinen Frauen eine gute Figur, da Hüfte und Po betont werden. Auch gut wenn mit dem Schleier getanzt wird. Der "liegt" nämlich gern auf den weiten Tellerröcken auf und fliegt dann nicht mehr so schön.
 
Die Rüsche ist bei diesem Rock doppelt am unteren Saum und seitlich am Schlitz hochgezogen.
Ein weiterer Vorteil dieser Rockform ist, dass die Passe aus einem kräftigen, d.h. undurchsichtigen Stoff seien kann. Es gibt also keine Probleme mit durchsichtigem Chiffon.
 
Achtet bei Chiffon auch auf Gegenlicht. Wenn Scheinwerfer Euch von hinten anstrahlen, kann das interessante Röntgenbilder geben.
 
 
Tellerröcke                                                                 
Der Klassiker unter den Bauchtanzröcken. Steht eigentlich allen Frauen. Mit einer breiteren Hüftpasse getragen, ist ein Tellerrock auch optisch sehr variabel.
 
Achtet bei Chiffonröcken auf die Stoffqualität. Der Chiffon darf nicht knittern. So einen Rock aufzubügeln ist eine Strafe! Ihr werdet ihn nicht oft tragen. Es gibt Chiffon, den könnt Ihr eine Woche in eine Sporttasche quetschen und wenn Ihr ihn wieder herausnehmt, dann sieht er aus wie frisch gebügelt!
 
Wenn bei Chiffon ein Faden gezogen wird, dann einfach von beiden Seiten auf dem gezogenen Faden nach innen (wo der Faden raushängt) schieben.
 
Überlegt Euch gut, ob Ihr so einen Rock besticken wollt. Der Saum hat manchmal eine Länge von 12 - 15 Metern - das zieht sich!
Tellerrock mit Passe getragen.
 
 
Godetröcke
Diese Rockform wird auch "Nixenrock"  oder "Meerjungfrauenrock" genannt.
Er ist nicht schwer zu nähen. In einen gerade fallenden "Oberstoff" z.b. aus Pannesamt (auf jeden Fall elastisch) werden Einschnitte gemacht. Diese sollten wenigstens Kniehöhe haben. Eleganter sieht es aus, wenn die Einschnitte bis Mitte Oberschenkel gehen. In diese Einschnitte werden Halbkreise aus Chiffon eingesetzt.
Der obere Ansatzpunkt kann auch noch durch Stickereimotive verschönert werden. Wenn die Chiffonkanten mit Pailettenband umnäht werden (geht mit der Nähmaschine, einfach im groben Zick-Zack über das Pailettenband nähen), gibt das auch schöne Effekte.
Ein Godetrock fällt schön schmal, dreht aber in der Bewegung im unteren Bereich elegant auf. Frau muss auf jeden Fall keine Angst haben, dass der Rock zu hoch fliegt und sie im "Freien" steht. Außerdem ist der Rock auch nicht so durchscheinend wie ein reiner Chiffonrock, da ja nur die Einsätze Einblicke gewähren - und die Höhe bestimmt ja Ihr.
 
 
Wichtig für Gruppen
Um ein einheitliches Gruppenbild zu gewährleisten ist es schön, wenn Ihr erreichen könnt, dass alle Tänzerinnen eine einheitliche Rockform tragen. Die Farben und die Form von Gürtel und BH können individuell unterschiedlich sein.
 

 
Gürtel 
Grundsätzlich werden zwei Gürtelformen unterschieden.
 
1. die ägyptische Gürtelform
Der ägyptische Gürtel ist traditionell vorne gerade geschnitten und hinten halbrund. Daraus ergibt sich, dass der darunter getragene Rock - insbesondere im oberen Bereich - recht undurchsichtig seien sollte. Als Fransen kommen die üblichen Perlfransen aus kleinen Glasperlchen oder die vor ca. 6 Jahren in Mode gekommenen kürzeren Fransen aus dickeren Perlen in Frage.
 
2. die türkische Gürtelform
Der türkische Gürtel ist sowohl vorne als auch hinten in der Mitte spitz zulaufend (stehendes Dreieck). Da er dadurch die wichtigsten "Tabuzonen" verdeckt, kann der Rock (muss aber nicht!) durchsichtiger sein.
 
Es gibt aber auch Mischformen, z.b. hinten halbrund und vorne dreieckig. Auch das sieht hübsch aus.
Eines solltet Ihr beachten, wenn Ihr den Gürtel mal verkaufen wollt (eventuell an eine Frau, die etwas "mehr" Hüfte hat) oder wenn Euer Gewicht manchmal schwankt. Wird der Gürtel aus zwei Teilen angefertigt (hinteres und vorderes Teil getrennt) dann ist es kein Problem etwas "dazuzusticken" wenn ein größerer Umfang gebraucht wird. Ist der Gürtel aus einem Teil gefertigt, wird es schwierig, da nur an einer Seite verlängert werden kann. Folge: Die Spitze (türk.) oder das hintere Halbrund (ägypt.) befinden sich nicht mehr in der Mitte!
 


BH       
Der BH hat eine wirklich tragende Funktion zu erfüllen. Wenn er beim Tanzen einmal seinen Dienst verweigert, wird das für die Tänzerin recht peinlich. Deshalb sollte frau darauf achten als Verschlüsse kräftige Haken (Hosenbundverschlüsse) zu nehmen und diese (innen, gegen "Aufschieben " wenn mal gerade kein Zug auf dem BH ist) zu sichern. Da sich der Brustkorb beim Tanzen sehr ausdehnt, sind kleine Wäschehaken nicht geeignet (es sei denn der BH ist elastisch gearbeitet), sie würden aufgebogen werden.
Es ist weitverbreitet, BH-Verschlüsse noch zusätzlich durch Sicherheitsnadeln zu sichern. Ich persönlich halte nicht viel davon, nachdem ich schon mal eine aufgebogene Nadel im Rücken stecken hatte. Letztlich ist eine Sicherheitsnadel ohnehin zu schwach um einen BH-Verschluß zu halten. Mit meiner oben erklärten Kombination aus kräftigem Haken (für die Zugbelastung) und Klett ("aufschieben") bin ich in all den Jahren bestens gefahren.
Frau sollte nach Möglichkeit vermeiden den BH vorne zu schließen. Das wäre im Fall der Fälle einfach zu peinlich! Wenn es sich doch nicht vermeiden lässt, baue ich eine zusätzliche Sicherung mittels Gummiband und weiterm Haken bzw. Knopf ein (Bild stelle ich demnächst mal ein).
 
Form der Träger
Meine Lieblingsform ist der sogenannte "neckholder", dh. die beiden Träger schließen im Nacken. Das sieht einfach viel eleganter aus als die übliche "BH-Lösung". Die Träger sollten schon recht stramm sitzen, damit der BH die Brust anhebt und ein schönes Dekolleté entsteht. Wenn Der BH optisch "auf Halbmast" hängt, hilft meist auch die beste Tanzhaltung nichts mehr!
 

Schuhe  
Eigentlich wird der orientalische Tanz barfuß getanzt. Hierbei hat die Tänzerin die beste "Bodenhaftung" und es sieht auch sehr schön aus. Manchmal ist der Boden aber so beschaffen, dass Schuhe notwendig werden. Welche Form sollte man wählen?
Grundsätzlich solltet Ihr daran denken, dass z.B. bei einem Auftritt auf einer erhöhten Bühne Eure Füße fast in Augenhöhe der Zuschauer liegen. Da versteht sich von selbst, dass abgeschabte Schläppchen oder blätternder Nagellack tabu sind!
 
Tanzschläppchen (Bild folgt)
Für´s Training noch ganz nett - geben aber auch da dem Fuß eigentlich nicht genug Halt. Da sich beim Gehen die Spitzen "hochrollen", leidet die Ästhetik.
 
Afrosandalen
Sehr gut geeignet um einen Ballenschutz zu erreichen, d.h. man kann gut drehen, hat andererseits aber noch genug direkten Bodenkontakt um nicht zu sehr zu rutschen. Um die Optik dieser Schuhe zu verbessern, habe ich mein eigenes System gefunden. In Kürze werde ich Bilder und eine "Bastelanleitung" einstellen.
 
High-Heels (Bild folgt)
Absatzschuhe haben den Vorteil, dass durch die feste Sohle der Fuß optimal gegen Glas- und Holzsplitter geschützt ist. Außerdem macht der höhere Absatz einfach ein schöneres Bein. Leider verschiebt sich auch die Stellung der Hüfte, sodass einige Bewegungen sich anders anfühlen und auch anders ausgeführt werden müssen. Im türkischen und libanesichen Tanz sind hohe Absatzschuhe "Pflicht" - sie werden einfach erwartet!
Ich empfehle Euch spezielle Turniertanzschuhe zu kaufen. Sie sind speziell für den Tanzsport entwickelt, stützen den Fuß - lassen aber trotzdem noch eine Streckung zu. Es gibt sie in gold und silber bzw. mit einfärbbarem Satin. Mein Favorit ist der seit einiger Zeit moderne Farbton "tan". Er liegt irgendwo zwischen "haut" und "gold", glänzt edel und passt zu allen Kostümen. Diese Schuhe sind extrem haltbar und Ihr werdet lange Freude an ihnen haben.
 
Jazz-Schuhe (Bild folgt)
Diese Schuhe trage ich gerne zum Training. Sie geben dem Fuß einen besseren Halt als die Schläppchen und sind mit geteilter Sohle wunderbar beweglich.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Schmuck
 
weitere Ausführungen folgen in Kürze

 
 

sonstiges  

Diese drei Kostüme sind aus dem letzten Workshop "Wie mache ich mein eigenes Kostüm" entstanden.
Alle Kostüme wurde komplett selbst von den Tänzerinnen hergestellt. Nur die Röcke wurden fertig gekauft.
 
Es ist wunderschön zu sehen, wie schön und einheitlich die Kostüme im Stil zusammenpassen, obwohl sie im Detail sehr individuell sind.
 
Ich bin sehr stolz auf die talentierten Kostümdesignerinnen!!!!!
 
 
       
 
              

 
 

Schleier
Es gibt Halbrundschleier und Rechteckschleier - die Namen sagen eigentlich alles über die Form. Im klassisch ägyptischen Tanz werden meistens Rechteckschleier benutzt. Das ist auch die Form, die man bekommt, wenn man ein Kostüm in Ägypten anfertigen läßt. Der Grund liegt darin, dass der Schleier im ägyptischen Tanz eine absolut untergeordnete Rolle spielt und nur zum Entreé eingesetzt wird.
Für den Schleiertanz wie er sich in Amerika und Europa etabliert hat, wird der Halbrundschleier benutzt. Mit ihm lassen sich die vielen verschiedenen Schleierfiguren und Drapeés am besten umsetzen.
 
Stoffe für Schleier
 
Chiffon
fällt sehr schön leicht und luftig, ist durchscheinend und optisch "federleicht". Für manche Schleierwürfe aber auch zu leicht, es sei denn, man beschwert ihn durch eine entsprechende Borte. Inzwischen haben sich die indischen Farbverlaufschleier durchgesetzt. Sie fliegen optimal, die Borte ist weich und anschmiegsam aber trotzdem griffig, es gibt sie in vielen schönen Farben und die unterschiedliche Farbgebung macht es leicht  die obere Kante im Tanz von der unteren zu unterscheiden.
 
Organza
Für meinen Geschmack zu steif. Außerdem knittert Organza ganz erbärmlich.
 
Lamé
Eigentlich ein toller, glänzender Stoff, der auch bei schlechten Lichtverhältnissen gut wirkt. Außerdem hat er gute "Flugeigenschaften". Leider sieht die Tänzerin bei Drapeés wie ein "Knallbonbon" aus, da Lameé keinen guten Fall hat.
 
Die Umrandung
Man kann die gesamte Schleierkante mit einer Borte versehen oder nur die obere Kante. Sinn der Borte ist, dass die Tänzerin auch während des Tanzes und ohne hinzusehen feststellen kann, ob sie die obere (gerade = Griffkante)) oder die untere (halbrunde) Kante in den Fingern hat. Doch Vorsicht eine Borte kann den Stoff schnell steif machen. Ich persönlich liebe die dünnen Stoffborten der Farbverlaufschleier - sie bleiben nirgends hängen. Mit Pailettenband habe ich keine gute Erfahrung gemacht. Erstens bleibt es in meinen Haaren hängen und außerdem ist mir fertiger Pailettenschlug zu steif. Man kann natürlich auch die Pailetten einzel aufnähen, wie bei den äyptischen und türkischen Kostümen - aber das ist mir einfach zuviel Arbeit!
 
 
 

 
Tipps für den Auftritt

Vorbereitung
Bastelt Euch ein "Formular" mit allen Punkten, die Ihr im Vorfeld klären müsst (Wo?, Wann?, Wieviele Tänzerinnen?, Wieviel Platz ist vorhanden?, Was ist der Anlass zu dem Ihr tanzen sollt?, Welche Gage wurde vereinbart?, Wann und wie ist sie zu zahlen?, Extrakosten für eine besonders lange Anfahrt?, Umkleidemöglichkeit (warm, sauber, nicht einsehbar; Toiletten sind nicht akzeptabel!), Ein Auftritt oder mehrere?, Dauer des Auftrittes?, Besondere Musik- oder Kostümwünsche?, usw.).
 
Vorteilhaft ist es, sich einige Tage vor dem Auftritt den Raum anzusehen. Wie ist der Bodenbelag (welche Schuhe sind angesagt)? Von wo kommt Ihr auf die Fläche? Habt Ihr wirklich den Platz, den man Euch zugesagt habt oder hat man einfach noch ein paar Tische mehr aufgestellt? Bringt es die Musikanlage? Kann sie Eure CD lesen? usw.........
 
Macht Euch am besten eine Liste, was alles zu Eurem Kostüm dazugehört und was Ihr sonst noch so für den Auftritt mitnehmen müsst (Musik, Zimbeln, Kosmetik, etc.). Anhand dieser Liste könnt Ihr dann packen und vergesst "auf den letzten Drücker" auch nichts mehr.
 
Macht nicht Euch selbst und Eure Mittänzerinen durch hektisches Rumhantieren und Sprüche wie "ich hab alles vergessen" nervös. Denkt positiv!
 
Keine Experimente vor einem Auftritt. D. h. Selbstbräuner Wochen vorher testen, kein neues Deo und keine Enthaarungscreme die Ihr nicht schon mal ausprobiert habt (Allergiegefahr), nicht zulange unter die Sonnenbank (Sonnenbrand) etc..
 
Vorsicht mit Aufputsch- oder Beruhigungsmitteln! Der natürliche Adrenalinstoß reicht und ist auch erforderlich. Deshalb nicht mit Beruhigungsmitteln (außer Homöopathie, Bachblüten) unterbinden.
 
Privatauftritte sind meist schlecht ausgeleuchtet. Deshalb entweder eigene Scheinwerfer mitbringen oder kräftige Kostümfarben wählen (keine "Tarnfarben").
 
Rechtzeitig losfahren. Wenn Ihr hetzen müsst, nehmt Ihr den Stress mit in den Auftritt.
 
 
Während des Auftrittes
Weiche Knie sind am Anfang normal. Das merkt keiner!
 
Egal was passiert: Weitertanzen und lächeln. Wenn Ihr patzt, empfindet Ihr es meist viel stärker als der Zuschauer. Vieles, was Ihr schrecklich findet, hat er gar nicht bemerkt oder glaubt das musste jetzt so sein.
 
 
Häufige Outfit-Fehler
Achtet vorher auf lockere Kleidung. Druckstellen von Kniestrümfen, Strumpfhosen oder Hosenbund sehen nicht gut aus und brauchen recht lange bis sie verschwinden.
 
Schneidet Aufhänger oder Markenschilder aus Euren Röcken. Sie arbeiten sich beim tanzen so gern nach oben.
 
Keine Uhren, Brillen, moderne Ketten und Ringe mit auf die Bühne nehmen.
 
Der größte Feind Eures Kostümes (insbesondere von Strass und Pailetten) ist Schminke, Haarspray und Schweiß. Deshalb erst stylen und sprayen, dann anziehen. Nach dem Tanz Kostüm so schnell wie möglich ausziehen und lüften.
 
Unterhose nur in Eurer Kostümfarbe (kaum etwas ist peinlicher als eine hervorblitzende Unterhose, auch in haut!)!!
Näht ggf. die Unterhose mit wenigen Stichen im Kostüm fest, dann kann nichts mehr rutschen.
 
Tattoos sind momentan zwar sehr modern, aber nicht alle passen zu einem Tanzauftritt. In diesem Fall lassen sie sich mit Camouflage überschminken.
 
Bein- und Achselhaare zu entfernen ist selbstverständlich.  Achtet aber auch auf Fusseln von Eurem Puli unter den Achseln!
 
Das solltet Ihr vermeiden
- zu kurze Röcke (am besten bodenlang, das streckt)
- BH sitzt zu tief
- abgelaufene Schläppchen
- schlecht sitzende Frisur oder gekünstelt aussehende Haarteile
- zerknitterte Röcke und Schleier
- dünne Chiffonröcke, die bei Gegenlicht (Bodenscheinwerfer) interessante Durchblicke geben
 
Schminken
Am besten mit Bühnenschminke. Die hält es auch aus, wenn Ihr schwitzt! Außerdem gilt - je weiter Ihr vom Publikum entfernt seid und je stärker die Scheinwerfer sind, desto mehr Make Up.  Anfangs werdet ihr Euch "überschminkt" vorkommen. Denkt aber daran, das das Bühnenlicht enorm viel Farbe schluckt. 
 
Nehmt "klassische" Farben, d.h.
Lippen: kirschrot; hellere Töne heben hervor, dunklere lassen die Lippen kleiner wirken 
Rouge: kräftigrot; es modelliert die Wangen, je nachdem in welcher Form Ihr es auftragt.
Wimpern schwarz tuschen + möglichst noch mit falschen Wimpern verlängern,
Lidstrich schwarz;
Lidschatten: Puderlidschatten, nicht hochglänzend, hell (gold/silber) und schwarz oder dunkelbraun (keine Farben, werden von den Scheinwerfern verfälscht!);
Augenbrauen tuschen (+ ggf. mit Lidschattenpuder abpudern) um sie dichter zu  machen.
 
Glimmer-Gel auf Gesicht und Bauch kann ich nicht empfehlen. Auf Bildern sehen die reflektierenden Glimmerpartikel wie Mitesser aus und ausserdem macht das Ganze einen verschwitzen Eindruck. Wenn Ihr Schwangerschaftsstreifen oder andere Narben kaschieren wollt, tragt lieber ein Bauchnetz!
 
Gedanken zum "ersten" Auftritt
Bei jedem Auftritt repräsentiert Ihr den orientalischen Tanz. Für viele Zuschauer seid Ihr die erste orientalische Tänzerin die sie sehen. Ihr prägt deshalb das zukünftige Bild dieser Menschen vom Orientalischen Tanz entscheiden mit. Seid Euch dieser Verantwortung bewusst! Wir dürfen uns nicht darüber beschweren, dass der Orientalische Tanz in der Öffentlichkeit nicht ernst genommen wird und mit vielen Voruteilen belegt ist, wenn wir ihn nicht selbst auf hohem Niveau präsentieren!
 
Nehmt den Preis, den in Eurer Gegend professionelle Tänzerinnen nehmen. Wenn Ihr das nicht tut, macht Ihr für alle die Preise kaputt. Wenn Ihr glaubt, dass Euer Können diesen Preis noch nicht rechtfertigt, dann wäre es besser, wenn Ihr mit Auftritten im Familienkreis oder im Studio Eurer Lehrerin erst weitere Auftrittserfahrung sammeln würdet. Wenn Ihr nicht sicher seid, fragt Eure Lehrerin oder nehmt beim ersten Mal eine erfahrene Tänzerin mit.
 
Seid vorsichtig wenn Ihr den Auftraggeber nicht kennt oder der Auftrittsort nicht öffentlich ist (Vereinsheim im Wald statt Saal einer gut besuchten Gaststätte). Nehmt auf jeden Fall eine (möglichst männliche) Begleitperson mit.
 
Tretet bei den Verhandlungen um den Auftritt freundlich aber selbstbewußt auf. Ihr macht die Regeln!!!! Lasst Euch das nicht aus der Hand nehmen! Wenn Ihr Grenzen setzt, besteht konsequent auf deren Einhaltung. Das gilt auch bei Störungen beim Auftritt. Wenn Ihr Euch und Euren Tanz nicht mehr geachtet fühlt (Fotograf versucht auf dem Boden liegend Bilder unter den Rock zu machen oder von oben in den Ausschnitt; "Spassvogel" springt um Euch rum und macht alles lächerlich) dann hört auf zu tanzen!
 
Es gibt gewisse Engagements, die frau besser nicht annimmt:
- Auftritt zu später Stunde auf einem Junggesellenabschied
- Auftraggeber: "Wir suchen da noch so einen Gag..."
- Disko, auf den Plakaten der Vorwoche wurde eine Stripperin o.ä. angekündigt
- ....
Die Grenzen muss auch hier Jede für sich stecken. Aber in den obigen Fällen braucht frau sich über Ausrufe wie "ausziehen" nicht zu wundern.
 
Kein Bodentanz, wenn Ihr nicht eine erhöhte Bühne habt. Es ist gar nicht elegant sich am Boden zu winden, wenn die Zuschauer von oben zusehen!
 
Nach dem Auftritt solltet Ihr Euch sofort umziehen und nicht im Kostüm mit an die Theke gehen! Ihr könnt - nachdem Ihr Euch umgezogen habt - gerne noch ein paar Worte mit dem Gastgeber oder tanz!-interessierten Gästen wechseln. Denkt daran - Ihr seid Tänzerin und keine Animierdame! Außerdem kann man auch schnell die geheimnisvolle Atmosphäre durch zuviel Gerede zerstören, die vorher mit dem Tanz aufgebaut wurde.